Projekt „Makoko“

Im Oktober 2013 hat SUPPORT ein neues Projekt in Makoko, Lagos Nigeria begonnen.

Video: Eine bessere Gesundheitsversorgung für Makoko, Nigeria

Projekthintergrund: Die Siedlung Makoko

Makoko ist eine sozial marginalisierte Siedlung von einigen hunderttausend Einwohnern (Schätzungen schwanken zwischen 80‘000 und 250‘000) die seit über hundert Jahren in der Lagune der Millionenstadt Lagos besteht. Die im Wasser gebauten Holzhäuser stehen auf mehr oder weniger stabilen Pfählen und sind häufige Opfer der vor allem in der Regenzeit wiederkehrenden Überschwemmungen. Sie leben von Fischfang, Fischräucherei, Holzverarbeitung und Kleinhandel. Das Einkommen der Mehrheit der Bevölkerung lebt jedoch unter der Armutsgrenze und muss mit einer Familieneinkommen von weniger als 1.25 US$ am Tag auskommen.

Eine konventionelle medizinische Versorgung existiert nicht. Derzeit nehmen sich 36 mehrheitlich nicht zertifizierte traditionelle Heiler und Heilerinnen der Kranken und Gebärenden von Makoko an.

Im Jahr 2012 hatte die damalige Regierung von Lagos State der Bevölkerung von Makoko mit einer ersatzlos gewaltsam Evakuieren wollen, wobei einige Bewohner dabei umkamen.

Unter Federführung der Menschenrechtsorganisation SERAC, (Social and Economic Rights Action Centre; www.serac.org) leistete die Bevölkerung Wiederstand und zwang die Regierung Ihre Aktion zu stornieren. Unterstützt durch die Heinrich Böll Stiftung in Nigeria und mit der Hilfe von SERAC, initiierten die Bewohner von Makoko zusammen mit weiteren interessierten Organisationen ein eigenes umfassendes und gross angelegtes Entwicklungsprojekt für die Gegend, die sog. Makoko/Iwaya Waterfront Regeneration Plan. Neben baulichen Verbesserungen sind kleine gewerbliche Betriebe vorgesehen die Arbeit und Einkommen verschafft und Armut verringern: Dazu gehören Recycling-Einrichtungen, Biogasproduktions-, Wasserbereitungsanlagen und Massnahmen zu Verbesserung der allgemeine Hygiene und Gesundheit.

SUPPORT-Gesundheitsprojekt - Teil des „Regeneration Plan“:

Innerhalb dieses Waterfront Regeneration Plans, hatte SERAC eine Zusammenarbeit mit SUPPORT angedacht, mit dem Ziel der Verbesserung des Gesundheitswesens in Makoko. Ab September 2013 nahm SUPPORT Kontakt mit der Bevölkerung von Makoko und allen involvierten Stakeholdern auf beteiligte sich an gemeinsamen Workshops zum Projekt.

 

SUPPORT und „LiveWell Initiative“ - Zwei Partner mit gemeinsamer Zielsetzung

„Affordable Primary Healthcare System for Makoko“
[Aufbau eines erschwinglichen Basisgesundheits-System für Makoko]

In diesem Gesundheits-Entwicklungsprojekt geht es darum, in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern einen Beitrag zum Aufbau einer nachhaltigen und erschwinglichen medizinischen Versorgung der Bewohner von Makoko zu leisten. Gemäss unserer Überzeugung dass überlegte Hilfe zur Selbsthilfe langfristig hilft, ist SUPPORT eine Partnership mit einer lokalen NGO, die LiveWell Initiative (LWI, www.livewellng.org ) eingegangen. Mit LiveWell Initiative hat SUPPORT eine Partner-NGO mit Sitz in Lagos gewonnen, die sich landesweit in Gesundheitsaufklärung und -förderung profiliert hat. Sie kann für das gemeinsame Projekt aus aus einem grossen Mitgliederpool von Ärzten, Pflegepersonal und Gesundheitsassisteten schöpfen und trägt die Verantwortung für die Verwaltung und das Projektmanagement vor Ort.
Unser Ziel ist es auch in diesem Projekt, einen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit – im speziellen der Mutter–Kind Gesundheit – jener Menschen in Westafrika zu leisten, die kaum Zugang zu ausreichender medizinischer Versorgung haben.

Näheres zu unserer Arbeit mit Makoko finden Sie im Jahresbericht
2013, Jahresbericht 2014 und Jahresbericht 2015

Zum Aufbau des Gesundheitsprojekts:

Zentrale Elemente des Projekts sind:

  • Zusammenarbeit und Unterstützung der lokalen traditionellen Heilmethode – z.B. Gemeinsamkeit im Bereich Hygiene und Notfallerkennung
  • Outreach Events zu Gesundheitsaufklärung und Vorsorge
  • Schwangerschafts- und Mutterberatung
  • Einrichtung von 8 Arztpraxen (1 Arzt auf ca. 5-10.000 Patienten)
  • Längerfristig: Aufbau eines Krankenhauses in Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden des Bundesstaates Lagos